Etappenziel und Start zugleich

Bürgerstiftung Ascheberg erhält offizielle Anerkennung / Geldsammeln und Projekte auswählen.

Vertreter der Bezirksregierung, der Gemeinde Ascheberg, des Rates sowie die Gründungsstifter freuen sich, dass die Bürgerstiftung nun mit ihrer eigentlichen Arbeit beginnen kann.

Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek ist Chef einer großen Behörde. Im Ascheberger Rathaus schlug er aber keine verwaltungstechnischen Töne an. Im Gegenteil, der Jurist Paziorek schmückte bildhaft aus, welche Bedeutung er der Bürgerstiftung Ascheberg zumisst, deren offizielle Anerkennung er am Montag persönlich überbrachte. „Sie gehören zu den Eisbrechern“, rief er den Gründungsstiftern zu.

Gemeint war dies mit Blick darauf, dass im gesamten RP-Bezirk Münster bisher nur 20 Bürgerstiftungen existieren. Da gelte es, für diese Bürgerbewegung noch den Weg frei zu machen.

Vielleicht hatte Paziorek bei der Wahl seiner Metapher auch daran gedacht, dass die kommunale Kassenlage immer klammer und die finanzielle Situation anhaltend frostiger bleiben könnte. Obgleich: Der gebürtige Gelsenkirchener, der schon als Stadtdirektor und Staatssekretär arbeitete, betonte, dass - unabhängig von der konjunkturellen Phase - bürgerschaftliches Engagement und Ehrenamt stets bedeutsam seien. Ascheberg, so Paziorek abschließend, „kann stolz sein auf eine solche Initiative“.

Das sieht Dieter Emthaus genauso. Der frühere Bürgermeister freute sich, dass mit der Anerkennung der Bürgerstiftung „ein Meilenstein“ gesetzt werde. Die eigentliche Arbeit fange jetzt jedoch erst an. Schon in der nächsten Woche treffen sich die Stiftungsgremien, um mit der operativen Arbeit zu beginnen, kündigte Emthaus an.

Er nannte zwei zentrale Aufgaben: erstens die Akquise von weiteren Zustiftungen oder Spenden unter anderem durch offensives Marketing und zweitens das inhaltliche Sammeln und Sortieren von Vorhaben, die gefördert werden können. Eine konkrete Auswahl von Projekten, so Emthaus, gebe es noch nicht, wohl aber Ideen.

Laut Satzung ist die Bürgerstiftung breit angelegt: Ihr Zweck ist es, Bildung und Erziehung, Jugend- und Altenhilfe, Sport, Kultur und Denkmalpflege, Umwelt- und Naturschutz sowie Landschaftspflege, Brauchtum und öffentliche Gesundheitspflege in Ascheberg zu fördern.

Breit war auch der politischen Konsens, eine Stiftung ins Leben zu rufen. Der Impuls der 2007 von der CDU kam, stieß schnell auf fraktionsübergreifende Zustimmung, resümierte Bürgermeister Dr. Bert Risthaus. Er hoffte, dass sich viele Ascheberger mit der Stiftung identifizieren, sie mit kleinen und großen Summen oder ehrenamtlich unterstützen.

Zum Thema: Bürgerstiftung Ascheberg

Gründungsstifter sind die Eheleute Anne und Hubert Dabbelt, die Eheleute Maria und Ludger Klaas, die Sparkasse Westmünsterland, die PSD Bank Westfalen-Lippe und die Gemeinde Ascheberg (25 000 Euro).

Das Stiftungsvermögen, dessen Erträge in die Arbeit der Stiftung fließen, beträgt 52 000 Euro. Mit Spenden und Zustiftungen wurden bereits 64.000 Euro erreicht.

Den Stiftungsvorstand bilden Anne Dabbelt, Dieter Emthaus und Walter Bourichter.

Dem Stiftungsrat gehören Dr. Bert Risthaus, Jürgen Barrey, Rudi Tönies, Heinz Wesselmann und Hans-Joachim Loheider an.

Fragen zur Stiftung werden im Hauptamt der Gemeinde beantwortet, Tel.: 02593/609-10.

Spendenkonto: Sparkasse Westmünsterland Stichwort „Bürgerstiftung Ascheberg“, Bankleitzahl 401 545 30, Kontonummer 37644705.